Andrea Schoberth
Auftragsatelier Bayreuth
Hommage an Maria Callas
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Bild Nr. 3

"Probe bei Visconti"

Öl auf Leinwand, 2007
40 x 60 cm

Nach einer Fotografie von Erio Piccagliani.

 

 

 

 

Die Aufnahme zeigt Maria Callas bei den Proben zu La Vestale von Gaspare Spontini im Jahr 1954 unter der Regie von Luchino Visconti.

Visconti (1906 - 1976) stammte aus einer aristokratischen Familie aus Mailand. In den 30er Jahren ging er nach Paris und entwickelte dort seine Leidenschaft für Film und Theater. Er war als Regisseur, Bühnen- und Kostümbildner tätig und galt als Ästhet des italienischen Kinos.
1942 brachte er mit seinem Film Ossessione den Neorealismus auf die Leinwand.

Visconti sah Maria Callas 1949 zum ersten Mal an der Römischen Oper in der Rolle als Kundry aus Richard Wagners Parsifal. Seit dieser Aufführung war er von dem Wunsch beseelt, eigens für sie eine Oper zu inszenieren.
La Vestale war Viscontis erste von insgesamt fünf Produktionen mit und speziell für Maria Callas an der Mailänder Scala.
Beide sagten später übereinstimmend, sie hätten viel voneinander gelernt.


Visconti:

"Ich vertraute ihr unbedingt, weil sie ein unfehlbares Gefühl für den genau
günstigen Augenblick besaß, einen untrüglichen musikalischen Instinkt und das Talent
einer dramatischen Schauspielerin, einer Tragödin... Ich arbeite seit Jahren mit
Schauspielern, Tänzern, Filmstars und Sängern zusammen. Zweifellos ist Maria Callas
die disziplinierteste und professionellste Künstlerin, mit der ich jemals zu tun hatte."

Maria Callas:

"Ja, ich habe sehr gerne mit ihm zusammengearbeitet... Er hütete sich vor dem Versuch, mich als Marionette zu benutzen. Das hätte auch nie funktioniert, und wir hatten große künstlerische Achtung voreinander... Doch der Lebensnerv unserer künstlerischen Zusammenarbeit war vor allem unsere Überzeugung, dass in einer Oper die Bühnengestaltung ein natürliches Ergebnis der Musik ist...

Ich will nur noch eines anmerken. Ich habe sehr viel dagegen, über, sagen wir, Traviata oder eine andere Oper so zu sprechen, als gehöre sie dem Produzenten. Sie gehört auch nicht mir. Man kann sagen, die Callas war in Traviata gut, schlecht oder mittelmäßig. Das ist alles.
Selbst wenn es fünfzig Viscontis gäbe oder fünfzig Callasse (Gott behüte!), so ist und bleibt Traviata das Werk von Verdi, und wenn man will, von Piave, dem Textdichter.

Wir sind Interpreten, das dürfen wir nie vergessen. Und es ist unsere Pflicht, dem Komponisten und der Kunst mit Respekt zu dienen. Sobald wir zu groß für unsere Schuhe werden, sind wir erledigt."


(Aus "Maria Callas, Die Biographie" von Stelios Galatopoulos)